Wording – Watt, oder was…?

Grundbegriffe

An Bord ist es zweckmäßig sich eindeutig und zuverlässig zu verstehen. Mit „das da an der Seite wegmachen“ kommt man gemeinsam schnell an seine Grenzen. Die wichtigsten Begriffe hab ich daher hier mal zusammengestellt. Englische Begriffe sind hier nicht unbedingt wichtig. Aber man chartert vielleicht ja mal im Ausland, …oder ist mal Teil einer internationalen Crew – bestenfalls in der Karibik.

Bug – bow – vorne
Der vordere Teil des Bootes. Das Gegenstück vom Heck,
trad. Vordersteven.

Heck – stern – hinten
Der hintere Teil des Bootes. Das Gegenstück vom Bug,
trad. Achtersteven (insbesondere beim Spitzgatter).

Hecklicht weißes nach hinten strahlendes Licht – muss auf Horizontbogen von 135° erscheinen, also 67,5° nach jeder Seite.

Steuerbord – starboard – rechts
Die rechte Seite des Boots bzw. alles rechts vom Boot von achtern (hinten) nach voraus (vorne) gesehen – in Vorwärtsfahrt.

Grünes Seitenlicht an Steuerbord, 112,5° nach jeder Seite sichtbar.

Backbord – port – links
Die linke Seite des Boots bzw. alles links vom Boot von achtern nach voraus gesehen.

Rotes Seitenlicht an Backbord, 112,5° nach der jeweiligen Seite sichtbar.

achtern – astern – hinten/hinter uns
Bedeutet hinten oder hinter dem Boot. Auch in Verwendung mit anderen Begriffen, z.B. Achterliek, Achterstag, Achterseven.

Fahrt achteraus – Rückwärtsfahrt – entgegen der normalen Fahrtrichtung des Bootes.

voraus – ahead/forward – vorne/vor uns
Etwas vor dem Boot, bzw. etwas weiter vorne auf dem Boot in Bezug auf deine eigene Position. Richtungsangabe nach vorn.

Vorausfahrt – Vorwärtsfahrt – normale Fahrtrichtung des Bootes.

Mittschiffs – midships – Mitte
In der Mitte des Bootes, sowohl zwischen Heck und Bug als auch zwischen Steuer- und Backbord

Luv – windward – Luftseite
Alles was bezogen auf die Position eines Objektes näher am Wind ist.
Merke: Luv ist dort, wo die Luft herkommt.

Anluven – Steuerimpuls in Richtung zum Wind (spitzerer Winkel zum Wind, mehr Höhe).

Lee – leeward (gesprochen: lieward oder luhward)
Alles was bezogen auf die Position eines Objektes weg vom Wind ist.

Abfallen – Steuerimpuls in Richtung vom Wind weg (flacherer Winkel zum Wind, raumer).

Segelbegriffe – Segeln – Teile vom Boot

Rumpf – hull – das Boot
Das Boot an sich. Es gibt Einrumpfboote (Segelboote, Motorboote), Zweirumpfboote (Katamarane) und Dreirumpfboote (Trimarane)

Kiel – keel – Gewicht unterm Boot
Meinetwegen auch die Hauptstadt von Schleswig-Holstein…
Der unterste Teil des Rumpfes. Hat die Funktion das Boot durch den Ballast im Kiel aufrecht zuhalten, bzw. vor dem Kentern zu schützen.

Mast – mast – Lange Stange, die in den Himmel ragt
Hält das Segel und ist Verbindungsstelle für den Baum.

Baum – boom – Querbalken am Mast
Ist am Mast befestigt und wird nach außen und innen bewegt, um das Segel in die richtige Position beim Segeln zu bekommen. Eine der größten Gefahrenquellen an Deck durch ungewolltes Überschwingen auf die andere Seite (siehe Patenthalse)
Merke: Englisch „BOOM“ = Geräusch, wenn es deinen Kopf trifft – kann fatal enden.

Ruder – rudder – Steuervorrichtung
Gesamtbezeichnung der Steuereinrichtung. Verbunden mit dem Rumpf. Durch Bewegung des Ruders / Ruderblattes verändert das Boot die Richtung.

Pinne – tiller – Stock am Ruder
Verbunden mit dem Ruderblatt für die Steuerung.
Wirkt in Vorausfahrt seitenverkehrt zur Bedienung – durch Bewegung der Pinne nach rechts dreht also bei Vorausfahrt das Boot nach links (Backbord) und umgekehrt.

Pinnenverlängerung / Pinnenausleger – tiller extension
Verlängerung der Pinne zum Steuern. Hauptsächliche auf sportlicheren Booten.

Steuerrad – steering wheel – Lenkrad
Steuereinrichtung mit der das Ruder über ein Getriebe oder hydraulisch angelenkt wird. Wirkt wie ein Steuer eines Autos. Hauptsächlich auf größeren Booten wie Yachten. Jollen und kleinere Kielboote haben eine Pinne.

Schot – sheets – Seil
Alle Leinen, die für das Dichtholen und Auffieren von Segeln.

Großschot – main sheets – (Leine am Baum)
Leine zum Dichtholen und Auffieren des Großsegels. Auf Jollen und Yachten meist der Skipper oder der dafür eingeteilte Großschoter.

Fockschot – jib sheets – (Leine vorne)
Leine zum Dichtholen und Auffieren der Fock bzw. Genua. Auf Jollen meist Aufgabe der Crew / Mitsegler / Vorschoter. Wenn genügend fähige Mitsegler an Bord sind, gibt es auf Yachten ein oder zwei Vorschoter. Ansonsten macht der Skipper das auch.

Fall – halyard – Seil zum Segelhochziehen
Allgemeiner Begriff für eine Leine, die am Segelkopf (oberes Ende des Segels) befestigt wird, um das Segel zu setzen (hochzuziehen). Sehr robust mit wenig Elastizität, um ausreichend Spannung des Segels zu erreichen. Beispiel: Großfall, Fockfall
Merke: Löst man das Fall, FALLen die Segel herunter.

Segel – sail
Allgemeine Bezeichnung für alle Segel an Bord. Bei richtiger Position zum Wind sorgen sie für den Vortrieb des Segelbootes.

Großsegel – main sail – großes Tuch am Mast
Verbunden mit dem Mast und Baum. Das Hauptsegel an Bord. Wird mit der Großschot in die richtige Position zum Wind eingestellt.

Fock – jib
Dreieckiges Vorsegel. Befindet sich komplett vor dem Mast. Wird mit der Fockschot in die richtige Position zum Wind eingestellt.

Genua – genoa
Dreieckiges Vorsegel, jedoch größer als die Fock, endet hinter dem Mast. Eine Genua überlappt das Großsegel.

Segellatte – batten – Stäbe im Segel
Flexible Kunststofflatten im Segel, in Segeltaschen gesteckt. Hilft dem Segel eine stabile bauchige Form zu erhalten und somit besser vom Wind umströmt zu werden.

Vorderliek – luff – Vorderseite
Vordere Kante des Segels.

Achterliek – leech – Hinterseite
Hintere Kante des Segels. An ihr gibt es meist einen Trimmfaden zur Einstellung des Achterlieks.

Unterliek – foot – Unterseite
Untere Kante des Segels. Entweder frei oder es läuft in einer Nut zur Befestigung am Baum.

Schothorn – clew – Ecke hinten, unten
Die hintere unter Ecke des Segels. Verbunden mit dem Baum und dem Unterliekstrecker.

Segelhals – tack – Ecke vorne
Vordere untere Ecke des Segels, Verbunden mit Mast und meist auch mit dem Baum.

Segelkopf – head – Ecke oben
Obere Ecke des Segels. Verbunden mit dem Fall und dem Mast.

Want – shroud – Drähte oder Stahlstangen an der Seite
Wanten rechts und links am Mast und Bootsrumpf verbunden. Leiten auf der Windseite die Kräfte der Segel in den Rumpf ein und sorgen so dafür dass der Mast zur Seite nicht umfällt.

Oberwanten – enden am Mast an höherer Position.
Unterwanten – meist zwei Paare auf jeder Seite. Das vordere Paar = Vorderwanten, das hintere = Hinterwanten.

Stag – stay – Drähte vorne und hinten
Verbunden mit dem Mast. Ein weiterer Grund – neben den Wanten – warum der Mast nicht umfällt. Beispiel: Vorstag – verbindet Mast und Bug, Achterstag – verbindet Mast und Heck. Jollen haben oft kein Achterstag. Es gibt auch Varianten mit einem geteilten Achterstag.

Dirk – toppinglift – Leine, die den Baum hochhält
Verbindung vom Baumende mit dem Mast. Hält den Baum hoch, wenn kein Segel gesetzt ist. Wird oft vergessen es nach dem Segelsetzen zu lösen oder es vorm Bergen des Segels festzusetzen. Das Segel sieht entweder komisch aus (offenes Achterlik). Oder, der Baum fällt, wenn die Dirk beim Bergen nicht festgesetzt ist, gefährlich nah an den Köpfen des Seglers.

Schäkel – shackle – Metallding bei dem man den Bolzen – gelegentlich – verliert …😏
Ein u-förmiger Schraubbolzen zur Befestigung am Segel oder Boot.

Tampen – rope end – Knotenleine
Das Ende einer Leine bzw. auch ein kurzes Stück Leine. Gern genutzt, um jemanden das Knoten beizubringen.

Klampe – cleat
Befestigungsobjekt auf dem Boot oder an Land. Wird genutzt, um Leinen festzumachen.
Dazu nach Position der Klampe: Bugklammpe, Mittelklampe, Heckklampe, Mastklampe.

Spinnaker – (symmetric) spinnaker
Symmetrisch geschnittenes, ballonartiges Vorsegel aus leichtem Tuch, das auf Vorwindkursen – fliegend – gesegelt wird. Es ist dabei am Top am Spinnakerfall und an den beiden Seiten an separaten Spinnakerschoten befestigt. Einseitig wird der Spinnaker an der Schot auf der Seite des Windes mit dem Spinnakerbaum am Mast festgesetzt. Der Spinnakerbaum wird dazu vom Toppnant auf Höhe gehalten und entgegen der Kraft des Spinnakers vom Spinnakerniederholer nach unten gezogen.

Gennaker – asymmetric spinnaker / gennaker
Moderneres Vorsegel aus leichtem Tuch, dass das schnellere Segeln auf Raumwindskursen ermöglicht. Asymmetrisch geschnitten und ohne Spinnakerbaum gefahren.

Skipper – skipper / captain – Der Boss
Person verantwortlich für das Boot. Wird vor Fahrtbeginn bestimmt. Sollte alles wissen, tut es aber gelegentlich nicht.

Festmachen, anlegen – tie up – parken im Hafen / an der Boje
Mithilfe von Leinen wird das Boot an einem Steg oder der Kaimauer angebunden. Dabei kann man mit dem Heck (römisch, katholisch) oder Bug voraus, oder längs mit dem Boot anlegen.

Ankern – achor – parken im Wasser
Ein Anker ist mit einer Ankerkette oder Ankerleine mit dem Boot verbunden und hält das Boot aufgrund seiner Form, seines Gewichtes und der Länge der Kette / Leine das Boot an einer Stelle am Grund fest. Das Boot wandert abhängig von Strömung und Wind in einem maximalen Radius um den Anker. Dabei ist die Länge der Kette / Leine zu beachten. Sie muss hinreichend lang (5-fache Ankertiefe) sein um die Festigkeit des Ankers zu gewähren, gleichzeitig ist zu beachten dass bei Wechsel der Windrichtung oder Strömung Abstand zu allem andern gehalten wird.

Knoten – knot – Maßeinheit der Geschwindigkeit auf See, oder die Artistik mit Leinen
A) Geschwindigkeit 1 Seemeile (1 Bogensekunde) pro Stunde = 1,85 km/h
B) Dinge, die man mit Leinen machen kann. Richtig gemacht, wichtig beim Segeln. Falsch gemacht teilweise nicht mehr lösbar oder gefährlich, da nicht fest.
Beispiel: Palstek, Webeleinstek, Kreuzknoten, Achterknoten.
Schlechtes Beispiel: Karstadt-Gedenkknoten, Wouling.

Kurse zum Wind

Fahrtrichtung im Winkel aus der der Wind kommt.

Bild folgt!

Abfallen – bear away – an der Pinne ziehen
Kurswechsel, bei dem der Bug vom Boot vom Wind weggedreht wird. Das Steuerrad bzw. die Pinne wird dabei vom Segel wegbewegt. Segel bleiben auf derselben Seite.

Anluven – head up / luv up – Pinne wegdrücken
Kurswechsel, bei dem der Bug vom Boot in Richtung Wind gedreht wird. Das Steuerrad bzw. die Pinne wird in Richtung Segel bewegt. Segel bleiben auf derselben Seite.

Im Wind – no go zone – Bereich wo man anfängt zu treiben
Position in der Segel gesetzt und meist geborgen werden.
Segeln in diese Richtung funktiert nicht. Mangels Vortrieb wird man langsamer und bleibt stehen. Als Nächstes fängt man an zu treiben. Segel killen (flattern) wie verrückt.

Effekte: Man kann mit dem Ruder nicht mehr steuern, da Vortrieb durchs Wasser fehlt. Killen reduziert auch die Haltbarkeit des Segels. Bei Starkwind kann das Killen es die Arbeit an Vorsegeln gefährlich machen (Verletzungen durch Knoten der Schoten, oder man wird ganz von Deck gewischt wenn man ungeschickt steht).

Hoch/Hart am Wind Kurs – close hauled – höher am Wind geht nicht
Segelkurs mit Windeinfall von schräg vorn. Höchster Kurs zum Wind beim Segeln. Weiteres Anluven bedeutet man segelt in den Wind rein, die Segel fangen immer stärker an zu killen und man wird mangels Vortrieb langsamer. Kürzester Weg um unter Segel an ein Ziel in Luv zu kommen.

Am Wind Kurs – close reach – Richtung Wind segeln
Segelkurs mit Windeinfall von schräg vorn. Auf diesem Kurs segelt man in Richtung, wo der Wind herkommt (Luv). Teil des sogenannten Kreuzen.

Halbwind Kurs – beam reach – Seitenwind
Segelkurs mit Windeinfall von 90 Grad. Segel sind normalerweise halb auf. Auf diesem Kurs segelt man weder nach Luv noch nach Lee.

Raumwind Kurs – broadreach – schräg vom Wind weg segeln
Segelkurs mit Windeinfall schräg von hinten. Der schnellste Kurs beim Segeln. Segel sind relativ weit offen. Oft angenehmster Kurs.
Gesegelter Kurs mit Gennaker.

Vorwind Kurs – run – laaaaaangsam mit dem Wind fahren
Segelkurs mit Windeinfall von hinten. Segel und Baum können auf beiden Seiten stehen. Langsamster Kurs beim Segeln, oft auch der ungemütlichste Kurs. Man wird vom Wind nur noch geschoben. Es herrscht jederzeit Gefahr einer ungewollten Halse (siehe Patenthalse).
Gesegelter Kurs mit Spinnaker.

Wende – tack – Bootsnase durch den Wind
Kursveränderung, bei der der Bug durch den Wind geführt wird und die Segel auf die andere Seite kommen. Segel flattern während des Manövers stark und man verliert schnell an Geschwindigkeit, weil man kurze Zeit im Wind ist.

Halse – gybe / jybe – Bootshintern durch den Wind
Kursveränderung, bei der das Heck durch den Wind geführt wird und die Segel schnell auf die andere Seite kommen. Ungewollte Halsen werden Patenthalse genannt.
Viele haben Angst davor, weil der Baum schnell rüber kommt. Wenn man weiß was man tut, aber weniger bis kaum gefährlich.

Patenthalse – accidental Gybe – Ungewollte Halse mit Kopfschmerzgefahr
Eine ungewollte Halse, wobei der Baum unbeabsichtigt auf die andere Seite schwingt. Passiert bei Winddrehern oder Steuerfehlern auf dem Vorwind bzw. Raumwindkurs. Gefährlich, da Crew sich nicht darauf vorbereiten kann und dadurch mit Wucht am Kopf oder Körper getroffen werden könnte.

Kreuzen – beating upwind – im Zick Zack Richtung Wind segeln
Wenn du konstant nach Luv segelst und in regelmäßigen Abständen wendest, um dein Ziel in Luv zu erreichen, wird das Kreuzen bezeichnet. Aufgemalt, sieht Kreuzen wie eine Zick Zack Linie aus. Dabei spielt es keine Rolle, ob du 2 Zick oder 35 Zack machst.

Wahrer Wind – true wind – spürst du, wenn du dich nicht bewegst an Land
Der reale wahre Wind kann nur festgestellt werden, wenn sich die Person, bzw. das Messegerät nicht bewegt. Der Wind, den du spürst, wenn du einfach so rumstehst.
Fahrtwind – head wind – Wind durch Bewegung generiert
Der Fahrtwind ist der Wind, den du spürst, wenn du dich bewegst und es keinen wahren Wind gibt. Sobald auch nur der geringste wahre Wind weht und du dich bewegst, ist es scheinbarer Wind.

Scheinbarer Wind – apparent wind – Gefühlter Wind
Kombination von wahrem Wind (von Mutter Natur) und Fahrtwind (produziert durch deine Bewegung). Ein Segelboot segelt immer nach scheinbarem Wind. Sobald du dich bewegst und Wind weht, fühlst du nur noch den relativen Wind = scheinbaren Wind.

Bö – gust – Windstoß
Eine Böe ist kurzzeitig mehr auftretender Wind. Für einige Momente erhöht sich die durchschnittliche Windgeschwindigkeit spürbar. In Wetterberichten hört man oft davon. Wenn von Windgeschwindigkeiten „bis zu…“ gesprochen wird, redet man von Böen und nicht dem durchschnittlichen Wind.
Gegenteil: Windloch

Raumen – Wind dreht nach hinten (achtern)
Bei gleichbleibendem Kurs dreht der Wind in Richtung Achtern. Das extremste Beispiel ist, wenn der Wind von Am Wind zu Raumwind dreht, während das Boot weiter geradeaus auf Kurs bleibt.Gegenteil: Schralen

Schralen – Wind dreht nach vorne
Bei gleichbleibendem Kurs dreht der Wind Richtung Bug. Das extremste Beispiel ist, wenn der Wind von Raumwind zu Am Wind dreht, während das Boot weiter geradeaus auf Kurs bleibt.
Gegenteil: Raumen