Wording – Watt, oder was…?

Grundbegriffe

An Bord ist es zweckmäßig sich eindeutig und zuverlässig zu verstehen. Mit „das da an der Seite wegmachen“ kommt man gemeinsam schnell an seine Grenzen. Die wichtigsten Begriffe hab ich daher hier mal zusammengestellt. Englische Begriffe sind hier nicht unbedingt wichtig. Aber man chartert vielleicht ja mal im Ausland, …oder ist mal Teil einer internationalen Crew – bestenfalls in der Karibik.

Bug – bow – vorne
Der vordere Teil des Bootes. Das Gegenstück vom Heck.
Merke: B wie Bootsspitze

Heck – stern – hinten
Der hintere Teil des Bootes. Das Gegenstück vom Bug.
Merke: H wie hinten

Steuerbord – starboard – rechts
Die rechte Seite des Boots bzw. alles rechts vom Boot von achtern (hinten) nach voraus (vorne) gesehen – also in typischer Fahrtrichtung.
Merke: Steuer beinhaltet ein ‚R‘ für rechts.

Backbord – port – links
Die linke Seite des Boots bzw. alles links vom Boot von achtern nach voraus gesehen.

achtern – astern – hinten/hinter uns
Bedeutet hinten oder hinter dem Boot. Auch in Verwendung mit anderen Begriffen, z.B. Achterliek, Achterstag

voraus – ahead/forward – vorne/vor uns
Etwas vor dem Boot, bzw. etwas weiter vorne auf dem Boot in Bezug auf deine eigene Position. Richtungsangabe nach vorn.

Mittschiffs – midships – Mitte
In der Mitte des Bootes, sowohl zwischen Heck und Bug als auch zwischen Steuer- und Backbord

Luv – windward – Luftseite
Alles was bezogen auf die Position eines Objektes näher am Wind ist.
Merke: Luv ist dort, wo die Luft herkommt.

Lee – leeward (gesprochen: lieward oder luhward)
Alles was bezogen auf die Position eines Objektes weg vom Wind ist.

Segelbegriffe – Segeln – Teile vom Boot

Rumpf – hull – das Boot
Das Boot an sich. Es gibt Einrumpfboote (Segelboote, Motorboote), Zweirumpfboote (Katamarane) und Dreirumpfboote (Trimarane)

Kiel – keel – Gewicht unterm Boot
Meinetwegen auch die Hauptstadt von Schleswig-Holstein.
Der unterste Teil des Rumpfes. Hat die Funktion das Boot durch den Ballast im Kiel aufrecht zuhalten, bzw. vor dem Kentern zu schützen.

Mast – mast – Lange Stange, die in den Himmel ragt
Hält das Segel und ist Verbindungsstelle für den Baum.

Baum – boom – Querbalken am Mast
Ist am Mast befestigt und wird nach außen und innen bewegt, um das Segel in die richtige Position beim Segeln zu bekommen. Eine der größten Gefahrenquellen an Deck durch ungewolltes Überschwingen auf die andere Seite (siehe Patenthalse)
Merke: Englisch „BOOM“ = Geräusch, wenn es deinen Kopf trifft.

Ruder – rudder – Steuervorrichtung
Gesamtbezeichnung der Steuereinrichtung. Verbunden mit dem Rumpf. Durch Bewegung des Ruders / Ruderblattes verändert das Boot die Richtung.

Pinne – tiller – Stock am Ruder
Verbunden mit dem Ruderblatt für die Steuerung.

Pinnenverlängerung / Pinnenausleger – tiller extension
Dient als Verlängerung der Pinne zum Steuern. Hauptsächliche auf sportlicheren Booten wie Jollen und Katamaranen.

Steuerrad – steering wheel – Lenkrad
Dient als Verlängerung der Pinne zum Steuern. Hauptsächlich auf größeren Booten wie Yachten. Jollen und kleinere Kielboote haben nur eine Pinne und/oder einen Pinennausleger

Schot – sheets – Seil
Allgemeiner Begriff für alle Leinen, die für das Dichtholen und Auffieren von Segeln verantwortlich sind.

Großschot – main sheets – Leine am Baum
Verantwortlich für das Dichtholen und Auffieren des Großsegels. Auf Jollen ist meist die Person am Steuer dafür verantwortlich. Auf Yachten macht es der Skipper oder der dafür eingeteilte Großschoter.

Fockschot – jib sheets – Leine vorne
Verantwortlich für das Dichtholen und Auffieren der Fock bzw. Genua. Auf Jollen meistens Aufgabe der Crew / Mitsegler / Vorschoter. Wenn genügend fähige Mitsegler an Bord sind, gibt es auf Yachten ein oder zwei Vorschoter. Ansonsten macht der Skipper das auch noch.

Fall – halyard – Seil zum Segelhochziehen
Allgemeiner Begriff für eine Leine, die am Segelkopf (oberes Ende des Segels) befestigt wird, um das Segel zu setzen (hochzuziehen). Sehr robust mit wenig Elastizität, um ausreichend Spannung des Segels zu erreichen. Beispiel: Großfall, Fockfall
Merke: Segel FALLen herunter ohne Fall

Segel – sail
Allgemeine Bezeichnung für alle Segel an Bord. Bei richtiger Positionierung zum Wind verantwortlich für den Vortrieb des Segelbootes.

Großsegel – main sail – großes Tuch am Mast
Verbunden mit dem Mast und Baum. Das Hauptsegel an Bord. Wird mithilfe der Großschot in die richtige Position gebracht.

Fock – jib
Dreieckiges Vorsegel. Befindet sich komplett vor dem Mast.

Genua – genoa
Dreieckiges Vorsegel, jedoch größer als die Fock. Ausgerollte Genua überlappt das Großsegel.

Segellatte – batten – Stäbe im Segel
Flexible Kunststofflatten im Segel, in Taschen mit dem Segel vernäht. Hilft dem Segel eine gewisse Form zu erhalten und somit besser vom Wind umströmt zu werden.

Achterliek – leech – Hinterseite
Hintere Kante des Segels.

Vorderliek – luff – Vorderseite
Vordere Kante des Segels.

Unterliek – foot – Unterseite
Untere Kante des Segels.

Schothorn – clew – Ecke hinten, unten
Die hintere unter Ecke des Segels. Verbunden mit dem Baum und dem Unterliekstrecker.

Segelhals – tack – Ecke vorne
Vordere untere Ecke des Segels, Verbunden mit Mast und auch oft mit dem Baum.

Segelkopf – head – Ecke oben
Obere Ecke des Segels. Verbunden mit dem Fall und dem Mast.

Want – shroud – Drähte an der Seite
Rechts und Links am Mast und Bootsrumpf verbunden. Ein Grund warum der Mast nicht umfällt.

Stag – stay – Drähte vorne und hinten
Verbunden mit dem Mast. Ein Grund, neben den Wanten, warum der Mast nicht umfällt. Beispiel: Vorstag – verbindet Mast und Bug, Achterstag – verbindet Mast und Heck. Jollen haben oft kein Achterstag.

Dirk – toppinglift – Leine, die den Baum hochhält
Verbinung vom Baumende mit dem Mast. Hält den Baum hoch, wenn kein Segel gesetzt ist. Wird oft vergessen nach dem Segelsetzen zu lösen oder festzuziehen vorm Bergen. Folgen: Segel sieht entweder komisch aus oder der Baum fällt gefährlich nah an die Köpfe des Seglers.

Schäkel – shackle – Metallding bei dem man den Bolzen zu häufig verliert
Ein u-förmiger Schraubbolzen zur Befestigung am Segel oder Boot. In kleiner Variante auch geeignet als Teil einer Halskette

Tampen – rope end – Knotenleine
Das Ende einer Leine bzw. auch ein kurzes Stück Leine. Gern genutzt, um jemanden das Knoten beizubringen.

Klampe – cleat
Befestigungsobjekt auf dem Boot oder an Land. Wird genutzt, um Leinen festzumachen.
Dazu nach Position der Klampe: Bugklammpe, Mittelklampe, Heckklampe

Spinnaker – (symmetric) spinnaker
Weiteres Vorsegel aus leichtem Tuch, welches nur auf Vorwindkurs gesegelt wird. Traditioneller auf älteren Bootmodellen. Symmetrisch geschnitten.

Gennaker – asymmetric spinnaker / gennaker
Moderneres Vorsegel aus leichtem Tuch, dass das schnellere Segeln auf Raumwindskursen ermöglicht. Asymmetrisch geschnitten.

Skipper – skipper / captain – Der Boss
Person verantwortlich für das Boot. Wird vor Fahrtbeginn bestimmt. Sollte alles wissen, tut es aber nicht.

Festmachen, anlegen – tie up – parken im Hafen / an der Boje
Mithilfe von Leinen wird das Boot an einem Steg oder der Kaimauer angebunden. Dabei kann man mit dem Heck oder Bug voraus anlegen oder längs mit dem Boot.

Ankern – achor – parken im Wasser
Beim Ankern ist ein Anker mit einer Ankerkette oder Ankerleine verbunden und hält das Boot aufgrund seines Gewichtes und der Länge der Kette / Leine das Boot in einem Fleck. Dabei muss man einen maximalen Radius um den Anker (Länger der Kette / Leine) beachten, um bei Wechsel der Windrichtung noch Abstand zu allen zu haben.

Knoten – knot – Geschwindigkeit oder Artistik mit Leinen
A) Geschwindigkeit 1 Seemeile pro Stunde = 1,85 km/h
B) Dinge, die man mit Leinen machen kann. Richtig gemacht, wichtig beim Segeln. Falsch gemacht teilweise nicht mehr lösbar. Beispiel: Achterknoten, Palstek, Webeleinstek, Kreuzknoten

Kurse zum Wind

Bild folgt!

Abfallen – bear away – an der Pinne ziehen
Kurswechsel, bei dem der Bug vom Boot vom Wind weggedreht wird. Das Steuerrad bzw. die Pinne wird dabei vom Segel wegbewegt. Segel bleiben auf derselben Seite.

Anluven – head up / luv up – Pinne wegdrücken
Kurswechsel, bei dem der Bug vom Boot in Richtung Wind gedreht wird. Das Steuerrad bzw. die Pinne wird in Richtung Segel bewegt. Segel bleiben auf derselben Seite.

Im Wind – no go zone – Bereich wo man anfängt zu treiben
Segeln in diese Richtung funktiert nicht. Man wird langsamer und bleibt stehen. Als Nächstes fängt man an zu treiben. Segel killen (flattern) wie verrückt. Man kann mit dem Ruder nicht steuern, da Vortrieb durchs Wasser fehlt.
Ausrichtung zum Segel setzen

Hoch/Hart am Wind Kurs – close hauled – höher am Wind geht nicht
Segelkurs mit Windeinfall von schräg vorn. Höchster Kurs beim Segeln. Weiteres anluven bedeutet man segelt in den Wind rein und wird langsamer. Kürzester Weg um an ein Ziel in Luv zu kommen.

Am Wind Kurs – close reach – Richtung Wind segeln
Segelkurs mit Windeinfall von schräg vorn. Auf diesem Kurs segelt man in Richtung, wo der Wind herkommt (Luv). Teil des sogenannten Kreuzen.

Halbwind Kurs – beam reach – Seitenwind
Segelkurs mit Windeinfall von 90 Grad. Segel sind normalerweise halb auf. Auf diesem Kurs segelt man weder nach Luv noch nach Lee.

Raumwind Kurs – broadreach – schräg vom Wind weg segeln
Segelkurs mit Windeinfall schräg von hinten. Der schnellste Kurs beim Segeln. Segel sind relativ weit offen. Oft angenehmster Kurs.
Gesegelter Kurs mit Gennaker.

Vorwind Kurs – run – laaaaaangsam mit dem Wind fahren
Segelkurs mit Windeinfall von hinten. Segel und Baum können auf beiden Seiten stehen. Langsamster Kurs beim Segeln, oft auch der ungemütlichste Kurs. Man wird vom Wind nur noch geschoben. Es herrscht jederzeit Gefahr einer ungewollten Halse (siehe Patenthalse).
Gesegelter Kurs mit Spinnaker.

Wende – tack – Bootsnase durch den Wind
Kursveränderung, bei der der Bug durch den Wind geführt wird und die Segel auf die andere Seite kommen. Segel flattern während des Manövers stark und man verliert schnell an Geschwindigkeit, weil man kurze Zeit im Wind ist.

Halse – gybe / jybe – Bootshintern durch den Wind
Kursveränderung, bei der das Heck durch den Wind geführt wird und die Segel schnell auf die andere Seite kommen. Ungewollte Halsen werden Patenthalse genannt.
Viele haben Angst davor, weil der Baum schnell rüber kommt. Wenn man weiß was man tut, aber weniger bis kaum gefährlich.

Patenthalse – accidental Gybe – Ungewollte Halse mit Kopfschmerzgefahr
Eine ungewollte Halse, wobei der Baum unbeabsichtigt auf die andere Seite schwingt. Passiert bei Winddrehern oder Steuerfehlern auf dem Vorwind bzw. Raumwindkurs. Gefährlich, da Crew sich nicht darauf vorbereiten kann und dadurch mit Wucht am Kopf oder Körper getroffen werden könnte.

Kreuzen – beating upwind – im Zick Zack Richtung Wind segeln
Wenn du konstant nach Luv segelst und in regelmäßigen Abständen wendest, um dein Ziel in Luv zu erreichen, wird das Kreuzen bezeichnet. Aufgemalt, sieht Kreuzen wie eine Zick Zack Linie aus. Dabei spielt es keine Rolle, ob du 2 Zick oder 35 Zack machst.

Wahrer Wind – true wind – spürst du, wenn du dich nicht bewegst an Land
Der reale wahre Wind kann nur festgestellt werden, wenn sich die Person, bzw. das Messegerät nicht bewegt. Der Wind, den du spürst, wenn du einfach so rumstehst.
Fahrtwind – head wind – Wind durch Bewegung generiert
Der Fahrtwind ist der Wind, den du spürst, wenn du dich bewegst und es keinen wahren Wind gibt. Sobald auch nur der geringste wahre Wind weht und du dich bewegst, ist es scheinbarer Wind.

Scheinbarer Wind – apparent wind – Gefühlter Wind
Kombination von wahrem Wind (von Mutter Natur) und Fahrtwind (produziert durch deine Bewegung). Ein Segelboot segelt immer nach scheinbarem Wind. Sobald du dich bewegst und Wind weht, fühlst du nur noch den relativen Wind = scheinbaren Wind.

Bö – gust – Windstoß
Eine Böe ist kurzzeitig mehr auftretender Wind. Für einige Momente erhöht sich die durchschnittliche Windgeschwindigkeit spürbar. In Wetterberichten hört man oft davon. Wenn von Windgeschwindigkeiten „bis zu…“ gesprochen wird, redet man von Böen und nicht dem durchschnittlichen Wind.
Gegenteil: Windloch

Raumen – Wind dreht nach hinten (achtern)
Bei gleichbleibendem Kurs dreht der Wind in Richtung Achtern. Das extremste Beispiel ist, wenn der Wind von Am Wind zu Raumwind dreht, während das Boot weiter geradeaus auf Kurs bleibt.Gegenteil: Schralen

Schralen – Wind dreht nach vorne
Bei gleichbleibendem Kurs dreht der Wind Richtung Bug. Das extremste Beispiel ist, wenn der Wind von Raumwind zu Am Wind dreht, während das Boot weiter geradeaus auf Kurs bleibt.
Gegenteil: Raumen